Seit meiner späteren Schulzeit male ich Landschaftsbilder. Diese entstehen immer vor der Natur. Per Rad oder zu Fuß wird vorab das Motiv aufgespürt und bei nächster Gelegenheit in Öl als Tagewerk umgesetzt. So ist im Laufe der Jahre ein »Tagebuch in Bildern« entstanden. Die Formate sind relativ klein (die Größe schwankt zwischen 22 x 30 cm und 30 x 40 cm), da die Ausrüstung in einem Rucksack Platz finden muss.

 

Nordhausen, wo ich meine Kindheit und Schulzeit verbrachte, ist in die reizvolle Landschaft des Vorharzes eingebettet. Dort fand ich meine ersten Motive. Später, während des Studiums an der Burg Giebichenstein in Halle rückten das Saale- und das Unstruttal in den Blick. Seit 1993 ist das Elbtal um Dresden mein Revier. Dank Grenzöffnung erschließe ich mit nicht nachlassender Freude und »Schritt für Schritt« die mir bis dahin verbotenen Landschaften:

die Pfalz, die Eifel, die Bodenseeregion, das Rheintal und natürlich die Alpen. Hier bin ich noch lange nicht fertig!

 

Das gilt – wie kann es anders sein – auch für die restliche Welt. Bei Fernreisen ist die Malausrüstung zumeist dabei. So stand meine Feldstaffelei an Cornwalls felsiger Küste, am Ufer des Creek in Dubai oder vor den Faraglioni-Klippen auf Capri.

 

Das Wandern und Reisen zu den Motiven lehrt, dass das Unstruttal zwischen Artern und Naumburg sehr schön ist. Doch auch die Schlucht der Caldera de Taburiente auf La Palma ist sehr schön – nur eben anders schön.

 

Wenn die Auswahl der gezeigten Bilder davon dem geneigten Betrachter eine Ahnung vermittelt, soll es mich freuen.

Rainer Groh